Archiv für 26.Oktober 2009

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Windows 7 – Die neue Taskleiste

2009 26 Okt

Auch ich habe am vergangenen Donnerstag (22.10.2009) den Sprung auf Windows 7 gewagt – denn schlimmer als Vista konnte es ja nicht werden. Alles in allem bin ich bis jetzt sehr zufrieden, auch wenn die Unterschiede zwischen Vista und Windows 7 eher im Detail liegen.

Die Taskleiste allgemein

Eine der “sichtbarsten” Änderungen ist die neue Taskleiste. Der grundsätzliche Aufbau: Programm-Fenster werden jetzt standardmäßig gruppiert (das gibt’s schon seit Windows XP) und es wird nur noch das Programm-Symbol ohne Text angezeigt. Beides kann man aber auch deaktivieren, wenn man das möchte.

taskbar

Ich hatte das “Programm-Fenster gruppieren” damals schon bei Windows XP ausprobiert und war damals wirklich bereit, der Sache eine Chance zu geben; es konnte mich jedoch überhaupt nicht überzeugen. Jetzt bei Windows 7 hingegen finde ich dieses Feature total klasse, da der Workflow einfach stimmt (mehr dazu im nächsten Absatz). Und (zusammen mit dem Ausblenden der Fensternamen) plötzlich hat man total viel Platz auf der Taskleiste – und findet trotzdem alles wieder.

schnellstartleiste Zum Workflow (was ich bis jetzt herausfinden konnte): Seit Windows 7 zeigt die Taskleiste nicht nur geöffnete Programme an, sondern man kann auf ihr auch Verknüpfungen zu häufig verwendeten Programmen ablegen. Damit kombiniert Microsoft die ursprüngliche Taskleiste mit der Schnellstart-Leiste (siehe rechts) aus früheren Windows Versionen. Vorteil hiervon (sofern das Gruppieren von Fenstern aktiviert bleibt): Man findet die Fenster eines angehefteten (so heißt das Ablegen unter Windows 7) Programms immer an der gleichen Stelle auf der Taskleiste. (Btw: Ich weiß, gibt’s bei Mac OS X schon lange. ;) )

Linksklick und Aero Peek

Um ein Programm zu öffnen (wenn es noch nicht geöffnet war), klickt man mit der linken Maustaste einfach auf das Symbol. Ist es bereits geöffnet, bringt man mit einem Linksklick das Programm in den Vordergrund. Falls mehrere Fenster des gleichen Programms geöffnet sind, bringt ein Linksklick eine Auto-Vorschau aller Fenster zum Vorschein. (Diese sieht man auch, wenn man den Mauszeiger kurz über dem Programm-Symbol liegen lässt.) Ein Mittelklick auf ein Symbol auf der Taskleiste öffnet übrigens ein neues Fenster der Anwendung.

vorschau

In der Auto-Vorschau kann man nun das gewünschte Fenster links anklicken, um es in den Vordergrund zu holen. Lässt man den Mauszeiger kurz über einer Vorschau liegen, wird nur das ausgewählte Fenster in Originalgröße auf dem Bildschirm angezeigt. (Andere Fenster des gleichen Programms werden nur als Rahmen ohne Inhalt angezeigt.) Das Ganze nennt Microsoft übrigens “Aero Peek”.

peek

Programme, die mit Tabs arbeiten (z.B. Browser), haben hier auch die Möglichkeit, den Inhalt der einzelnen Tabs (statt nur der Programm-Fenster) anzuzeigen. Momentan funktioniert das aber nur beim Internet Explorer (wen wundert’s). Für Firefox benötigt man hierfür ein Tool namens Winfox oder die erste Beta von Firefox 3.6.

Verschieben und Schließen

Bis Windows Vista musste ich immer ein Tools namens Taskbar Shuffle einsetzen. Doch damit ist seit Windows 7 auch Schluss. Denn endlich kann man die Einträge auf der Taskleiste verschieben. Sogar die Elemente im System-Tray (der rechte Bereich der Taskleiste, neben der Uhr) können verschoben werden (und Windows merkt sich deren Position sogar, so dass sie nach einem Neustart wieder genauso angeordnet sind).

Eine weitere Funktion von Taskbar Shuffle, die ich überaus praktisch fand, war das Schließen von Fenstern mit der mittleren Maustaste. Wie weiter oben bereits erwähnt, öffnet ein Mittelklick auf ein Programmsymbol allerdings ein neues Fenster. Dass ein Mittelklick auf eine Fenstergruppe ein Fenster nicht schließen kann ist aber auch logisch, denn wenn man mehrere Fenster geöffnet hat, woher soll Windows wissen, welches dieser Fenster es schließen soll. Deshalb muss man nicht auf das Programmsymbol sondern auf die Minivorschau mittelklicken, um das entsprechende Fenster zu schließen.

Jumplists

Ein weiteres, neues Feature sind die sog. Jumplists. Diese erreicht man, wenn man auf ein Programm-Symbol in der Taskleiste rechtsklickt.

jumplistFalls ein Programm Jumplists unterstützt, finden sich hier meistens die zuletzt oder am häufigsten verwendeten Dokumente (was man bisher im Dateimenü eines Programms gefunden hat). Daneben können beliebig viele dieser Einträge angeheftet werden, wodurch sie dauerhaft sichtbar bleiben. Besonders praktisch finde ich das beim Windows-Explorer, da man dort sozusagen Favoriten-Ordner verwalten kann.

Weitere Gimmicks

Aero Peek gibt es nicht nur für die Fenstervorschau sondern auch für den Desktop. Dazu bewegt man die Maus einfach auf den Knopf ganz rechts in der Taskleiste. Dadurch werden alle Fenster ausgeblendet und man kann den Desktop sehen. Das dürfte allerdings nur sinnvoll sein, wenn man Minianwendungen (a.k.a. Widgets/Gadgets) wie z.B. die Uhr auf dem Desktop eingeblendet hat. Ein Linksklick zeigt den Desktop übrigens dauerhaft an.

desktop-peek

Ein weiteres, praktisches Feature ist, dass Fortschrittsbalken im Programmsymbol dargestellt werden; das passiert z.B. bei Kopiervorgängen oder beim Downloaden von großen Dateien. Dadurch muss man nicht immer das Fenster im Vordergrund halten, um zu sehen, ob der Vorgang schon abgeschlossen ist.

fortschrittsbalken

Fazit

Alles in allem sind das – wie ich finde – großartige Verbesserungen, die das Arbeiten mit Windows deutlich erleichtern. Ob diese Verbesserungen (es gibt ja noch mehr) einem jedoch knapp 80 Euro (für Windows 7 Home Premium) wert sind, muss wohl jeder selbst entscheiden. Für Studenten gibt’s Windows 7 immerhin wesentlich günstiger, wenn nicht sogar kostenlos.